DIE GRÜNEN IM KREIS HEILBRONN

Bericht zum Vortrag "Klimaflucht aus Afrika", einer Veranstaltung des Bündnisses Klima-Aktionstag Heilbronn im Rahmen der Energiewendetage Baden-Württemberg

Das Bündnis Klima-Aktionstag Heilbronn, zu dessen Organisatoren für die NaturFreunde Baden-Württemberg u.a. der Grünen-Stadtrat Alexander Habermeier gehört, hatte am 3. Oktober 2017 Gastredner Mamadou Mbodji, Vizepräsident der NaturFreunde Internationale und Präsident des African NaturFriends Network, eingeladen. Er sprach im Gewerkschaftshaus zum Thema "Klimaflucht aus Afrika". 

 

 

Dr. Stefan Müller, Grüner Gemeinderat in Neckarsulm, fasst seine Eindrücke der eindringlichen Veranstaltung im nachfolgenden Bericht zusammen:

 

Beeindruckender Vortrag über Folgen des Klimawandels in Afrika

Bis auf den letzten Stehplatz gefüllt war der Saal des Gewerkschaftshauses Heilbronn in den NaturFreunde Baden-Württemberg, Deutscher Gewerkschaftsbund, die Lokale Agenda 21 und die Energiewende Heilbronn im Rahmen des Klima-Aktionstags am 3. Oktober 2017 eingeladen hatten.  

Lebhaft und sehr eindringlich schilderte „NaturFreunde International“- Vizepräsident Mamadou Mbodji, souverän synchron übersetzt von Grünen-Stadtrat Wolf Theilacker, die katastrophalen Veränderungen sowohl der Küstenregionen als auch großer Teile des Binnenlandes des afrikanischen Kontinents als Folge von Klimawandel, industrieller Überfischung und aufgezwungener Landwirtschaft der Kolonialzeit.

Leergefischte Küstengewässer und großflächige Verkarstungen (Wasserverlust z.B. allein des Tschad-Sees: 90 Prozent) entziehen den Menschen dieser Regionen ihre Lebensgrundlage.

„Sie haben nichts mehr zu verlieren und machen sich auf den Weg nach Norden, nach Europa. Kein Hindernis kann sie dabei aufhalten, der Leidensdruck ist einfach zu groß.“

Sterben oder Anpassen sei die Frage, und Letzteres bedeute zumeist: Emigration.

Afrika trage nur rund vier Prozent zum Klimawandel bei, leide aber über 90 Prozent unter dessen negativen Folgen. Deshalb stünden die Industrieländer in der Pflicht, hier rasch zu handeln.

„Es gibt viele sinnvolle Lösungen, uns fehlen aber  die finanziellen Mittel und die Technik. …Es nützt auch nichts, uns westliche/europäische Technologie überzustülpen, sie muss auf unsere Bedürfnisse und Möglichkeiten zugeschnitten sein…“

Sehr viel Geld müsse hierfür eingeplant werden, leider fehle aber bei den meisten Ländern die Einsicht und letztendlich auch der Wille hierzu.

Eingeleitet wurde der Vortrag von einem Grußwort des Heilbronner Oberbürgermeisters Harry Mergel, der einen Vergleich mit dem Vulkanausbruch des Tambora von 1815 anstellte, 1816 in Europa Auslöser eine „Jahres ohne Sommer“ und einer der größten Hungersnöte des 19. Jahrhunderts.

In der sich anschließenden  Fragerunde wurden auch Überlegungen darüber angestellt, was jeder Einzelne tun könne. Die Antwort: Das eigene Konsumverhalten überdenken, lokal einkaufen und auch das Reise- und Mobilitätsverhalten reflektieren.

 

 

Sehr großes Interesse für die Veranstaltung des Bündnisses Klima-Aktionstag Heilbronn Foto: Dr. Stefan Müller

„Naturfreunde International“- Vizepräsident Mamadou Mbodji spricht im Gewerkschaftshaus zur Klimaflucht aus Afrika (im Bild mit dem Grünen-Stadtrat Wolf Theilacker als Übersetzer) Bild: Dr. Stefan Müller

Grünen-Stadtrat Alexander Habermeier, Vizepräsident NaturFreunde International Mamadou Mbodji, Grünen-Stadtrat Wolf Theilacker und Oberbürgermeister Harry Mergel nach der Veranstaltung (v.l.n.r.)