DIE GRÜNEN IM KREIS HEILBRONN

Energiewende und Klimaschutz in Obersulm - Bericht von der Veranstaltung am 13. November 2018 in Willsbach

„Die fünf GRÜNEN Gemeinderät*innen aus Obersulm ziehen Bilanz nach vierjähriger Gemeinderatsarbeit in der laufenden Legislaturperiode“: unter dieser Überschrift luden sie am Dienstag, 13. November 2018, in die Sportgaststätte Willsbach ein. Rund 25 Interessierte begrüßte Fraktionschef Armin Waldbüßer, bevor er das Wort an Daniel Renkonen MdL, den klimapolitischen Sprecher der GRÜNEN Landtagsfraktion, weitergab.

Eine Energiewende ohne Verkehrswende sei nicht möglich, veranschaulichte der Abgeordnete in seinem Kurzvortrag. Er stellte die Eckpfeiler des Zielkonzept 2025 des Verkehrsministeriums für den Schienenpersonennahverkehr vor. Dieses sieht als Zielsetzung eine Verdoppelung der Nachfrage im öffentlichen Verkehr bis 2030 vor. Um die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln attraktiver zu gestalten, werde ein landesweiter Stundentakt von 5:00 bis 24:00 Uhr als Mindeststandard auf allen Strecken verfolgt. Neue Ausschreibungen sollen eine attraktivere Preisgestaltung ermöglichen. Zusätzlich soll ein systematisches stündliches Expresszugnetz zwischen den Oberzentren in den Verdichtungsräumen und den ländlichen Räumen das Angebot ergänzen. Außerdem werde durch die Tarifreform das Preisniveau zum Teil um 25 % gesenkt. Ab 2020 soll ein einheitlicher Tarif für alle Netze gelten. Zur Mobilitätswende gehöre aber auch die Förderung der Elektromobilität, d. h. in erster Linie der Ausbau des Ladestationen-Netzes.

Daniel Renkonen stellt sich den iinteressieten Bürger*innen zu den Fragen rund um die Themen Klimaschutz und Energiewende in Willsbach (r.)

Für die Energiewende sei neben einem Anteil der Windenergie von 10% bis 2020 auch ein starker Ausbau der Freiflächenphotovoltaik und in Baden-Württemberg vorgesehen. Hier sieht Renkonen auch die Regionalverbände wie Heilbronn-Franken in der Verantwortung, die den Ausbau der erneuerbaren Energien fördern sollen. Außerdem lassen sich mit der Gebäudesanierung lassen sich erhebliche Energieeinsparungen erzielen, die zudem von Bund/Land gefördert werden. Renkonen empfiehlt den Kommunen, einen Energieberater ins Boot zu holen, der Vorschläge für die öffentlichen Liegenschaften zur Energieeinsparung erbringen kann.

Benjamin Friedle, Gemeinderat und Geschäftsführer des Bürgerwindparks Hohenlohe stellte das in Genehmigung befindliche Windenergie-Projekt Bretzfeld-Obersulm vor, welches bereits von den Gemeinderäten aus beiden Kommunen bereits befürwortet werde. Die Genehmigung für Windenergieanlagen in Baden-Württemberg seien jedoch dramatisch zurückgegangen, obwohl nur durch einen Ausbau von mindestens 80 bis 100 Anlagen die Klimaziele erreicht werden könnten. Friedle fordert für die Vergabe Regionalquoten, damit Betreiber in Baden-Württemberg überhaupt wieder Chancen in den EEG-Ausschreibungen erhalten sowie eine starke Änderung der Genehmigungs- und Artenschutzpraxis.

Der Energieberater Ralph Specht aus Pfedelbach war als Gastredner eingeladen, denn er hat die Kommune Obersulm bereits beraten. Er war beauftragt worden, ein mehrjähriges –Energiesparmodell an Schulen und Kindergärten in Obersulm durchzuführen. Zusätzlich hat er auf Anregung der Gemeinderatsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vier neue Photovoltaikanlagen auf kommunalen Dächern geplant, welche mittlerweile in Betrieb gegangen sind. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit der Kommune, die durch den Willen, die Energiewende aktiv voranzutreiben, geprägt sei. In anderen Kommunen werde guter Wille auf Papier gebracht, aber umgesetzt werde nichts.

In der anschließenden angeregten Diskussion stellten sich die Referenten den Fragen der Anwesenden und konnten verschiedene Problemstellungen erörtern. Die Obersulmer Gemeinderatsfraktion zeigte sich mit dem Verlauf der Veranstaltung zufrieden. Die Resonanz sei sehr positiv gewesen und man werde die Bevölkerung weiterhin zu Themen der Kommunalpolitik informieren.