DIE GRÜNEN IM KREIS HEILBRONN

Harald Ebner MdB zu Besuch auf dem Biohof Föll in Wüstenhausen

Am 24. Juli besuchte Harald Ebner, Sprecher der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik, zusammen mit der Bundestagskandidatin für den Wahlkreis Neckar-Zaber, Catherine Kern, den Biohof Föll.

Unter dem Titel „Stummer Sommer – Artenvielfalt in Gefahr“ referierte Ebner über die Veränderungen im ökologischen Gleichgewicht der Natur in den vergangenen 30 Jahren. Nach dem herzlichen Empfang durch die Familie Föll, die sich seit 1997 von einem Bioland – Betrieb im Nebenerwerb zu einem Vollbetrieb mit Hofladen und 35 ha bewirtschafteter Fläche entwickelt hat, stellte zunächst Catherine Kern einen ihrer Wahlkampfschwerpunkte vor: eine neue Agrarpolitik – im Bund und in Europa.

Anschließend legte Ebner die Veränderung der Artenvielfalt in sehr detaillierter Weise dar. Wassermangel, klimatische Veränderungen, Urbanisierung, also Wegfall der Lebensgrundlagen der Insekten, sind dabei die für alle leicht nachvollziehbaren Veränderungen. Gravierender und nicht unbedingt gleich erkennbar sei der Einsatz von Pestiziden, wie z.B. Glyphosat bzw. der Gruppe der Neonikotinoide,  die über das Saatgut ausgebracht werden.

Intakte Ökosysteme seien die Grundlage allen Lebens. Nicht intakte Ökosysteme, wie sie derzeit mehr und mehr transparent werden, gefährden auch die Existenz der Menschen. 20-50% Verluste der Bienenpopulation sind nur ein Indiz, 80% Rückgang der gesamten Insekten-Biomasse ein anderes und ca. 60% Rückgang der Brutvogel-Populationen ein weiteres. Handbestäubung von Obstbäumen oder der Einsatz von Mini-Drohnen zur Bestäubung sind eher Schreckensszenarien als Antwort auf eine ökologische Katastrophe.

Die Ökosysteme sind flexibel, aber nicht endlos. Die Frage also: wie kann man den „Kipppunkt“, also den Punkt, an dem eine Umkehr nicht mehr möglich ist, vermeiden?

Hier zeigte Ebner zahlreiche Lösungen auf, die natürlich auch immer politische Komponenten beinhalten. Verbote der toxischsten Pestizide wären ein Beginn, und zwar auf EU-Ebene. Frankreich und England haben ein Verbot der drei toxischsten Neonikotiniode bereits beschlossen, Deutschland „ziert“ sich.

Eine neue Agrarpolitik ist eines der zehn Top-Ziele der GRÜNEN für die Bundestagswahl. Dabei steht eine enge Partnerschaft mit den Landwirten im Fokus. Diese werde geprägt von sinnvollen Kompromissen hin zu einer nachhaltigeren Agrarpolitik. Der Ausbau des Öko-Landbaus werde vorangetrieben. Die Bio-Branche wächst jährlich um 7-10%. Die hinkende Eigenproduktion werde durch teils fragwürdige Importe ausgeglichen. Die EU diskutiert Zuschüsse von 1 Mrd. € für den Öko-Landbau. Die Verbote von zahlreichen Pestiziden stehen auf der EU-Agenda, ebenso die Erforschung von Alternativen. Ebner forderte ferner veränderte Zulassungsverfahren, bei der nicht die Industrie die Risiken selbst bewertet, sondern unabhängige Fachinstitute. Das Höfe-Sterben müsse ein Ende haben. „Die Agrarwende muss GRÜN sein“ schloss Ebner seinen 90-minütigen Vortrag.