Isabell Steidel kandidiert für den Bundestag 2021 für den Wahlkreis Heilbronn 267

Liebe Freundinnen und Freunde,

auch ich bewerbe mich hiermit als eure Bundestagskandidatin für den Wahlkreis Heilbronn.

Warum?

Nachfolgend einige meiner Beweggründe:

Klare Kante gegen Rechts

Ich habe ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Diakonischen Werk Heilbronn absolviert, wo ich jugendlichen Geflüchteten durch ein Patenschaftsprojekt mit jugendlichen Einheimischen die Ankunft in Heilbronn erleichtern wollte. Schon damals war ich schockiert von den alltäglichen rassistischen Anfeindungen, die sie hier erleben mussten. Doch auch die aktuelle Black Lives Matter Bewegung zeigt deutlich, wie wir alle unser Denken hinterfragen und vorgefertigte Meinungsbilder überarbeiten müssen. Auch das Thema Racial Profiling, zu dem sich Herr Seehofer weigert bei der Polizei eine Studie anzufertigen zu lassen, muss angegangen und öffentliche Institutionen müssen zu dem Thema Rassismus viel stärker sensibilisiert und überprüft werden. Wir haben in Deutschland ein Rassismus-Problem, das nicht ignoriert werden darf. Das muss vor allem in einem derart einflussreichen Gremium wie dem Bundestag angegangen werden, beispielsweise durch eine Stärkung der Antidiskrimierungsstelle, des zivilgesellschaftlichen Engagements und eine Ergänzung im Grundgesetz gegen jedwede gruppenbezogene Verletzung der gleichen Würde aller.

 

Feminismus

Wer sagt, dass wir in einem mehr oder weniger gleichberechtigten Land leben, der hat wohl noch nicht einmal vom Gender Pay Gap gehört. Doch strukturelle Ungleichheiten sind in vielen weiteren Bereichen zu finden: sehr wichtig ist mir zum Beispiel der Gender Information Gap. Frauen haben bei einem Herzinfarkt andere Symptome als Männer - Geschlechter reagieren verschieden auf Krankheiten und Medizin. Doch trotzdem wissen noch immer viele Medizinerinnen und Mediziner nicht genug über diese Unterschiede, denn jahrhundertelang wurden laut Tests überwiegend an Männern unter 40 Jahren durchgeführt – hier muss ein neues Bewusstsein geschaffen werden! Wir brauchen geschlechterspezifische Medikamente und Zulassungsverfahren, damit bei keiner Frau der Herzinfarkt oder andere Erkrankungen zu spät erkannt werden, nur weil sie andere Symptome als ein Mann aus dem veralteten Lehrbuch aufweist! Zudem wird die unbezahlte Care Arbeit, also die Arbeit, die bei Kindern, pflegebedürftigen Familienangehörigen und dem Haushalt anfällt, zum größten Teil von Frauen erledigt. Sie sind, laut einer SOEP Langzeitstudie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung 2015 von Judith Kaschowitz, werktags zwar gut zweieinhalb Stunden weniger erwerbstätig, kümmern sich dafür aber gut viereinhalb Stunden mehr täglich um den Haushalt und die Kinder. Dass Frauen dadurch und durch den Gender Pay Gap weniger verdienen, eine schlechtere Rente bekommen und trotzdem insgesamt mehr Arbeit leisten, kann doch kein Zustand sein! Care-Arbeit muss auch entlohnt und der Gender Pay Gap muss wirkungsvoll, beispielsweise durch den weiteren Ausbau des Kinderbetreuungsangebots und eine umfassende Weiterentwicklung des Elterngelds bekämpft werden.

 

Umweltschutz & Nachhaltigkeit

Spätestens seit Greta Thunberg ist klar, dass wir als junge Generation sehr wohl politisch sind und vor allem beim Thema Umwelt wissen, dass die Zeit drängt. Denn wir werden mit den Konsequenzen leben müssen, die wir heute zum Teil noch beeinflussen können. Im dritten Jahr in Folge herrscht extreme Trockenheit. Das Geld, das aufgrund der Corona-Pandemie in die Hand genommen wird, muss klug auch in Klimaschutz investiert werden: beispielsweise in einen Klimaplan für eine klimagerechtere Landwirtschaft, in einen Waldschutzplan, um unsere heimischen Wälder bestmöglich zu schützen und auf die zukünftigen Temperaturen vorzubereiten sowie in einen Plan zur Sicherstellung der Wasserversorgung aller in Deutschland Lebender. Nachhaltigkeit muss unser Handeln bestimmen – auch das des Deutschen Bundestags! Dabei müssen konkrete Nachhaltigkeitsanreize gesetzt werden für eine vollständige Kreislaufwirtschaft, den Ausbau erneuerbarer Energien und die Bewahrung der Artenvielfalt. Dafür braucht es auch eine globale Perspektive - international muss vom Bundestag aus Nachhaltigkeit überall auf der Welt gefördert werden. Ökologie und Ökonomie müssen Vereinbarungen treffen, um nachhaltige Konzepte umzusetzen. Dafür braucht es eine starke GRÜNE Fraktion im Bundestag, die auch in der Lage ist diese Konzepte zu vertreten und durchzusetzen.

 

Digitalisierung

Auch Digitalisierung geht ökologisch! Der Energie- und Ressourcenverbrauch der Digitalisierung ist enorm. Deswegen brauchen wir einen ökologischen Ordnungsrahmen, der sich konsequent an Nachhaltigkeit und Gemeinwohl ausrichtet, beispielsweise durch ein Recht auf Reparatur für digitale Endgeräte. Auch die kontroversen Diskussionen zu Artikel 13 bzw. 17 bezüglich der „Upload-Filter“ haben gezeigt, dass wir jetzt zukunftsweisende Vorgaben machen müssen, welche Regeln im Internet zu herrschen haben – oder auch nicht. Doch klar ist, dass wir als Staat Hass und Hetze effektiv entgegentreten müssen. Denn das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein. Auch die sozialen Medien, Facebook und Co., müssen endlich rechtsverbindlich Transparenz und Datenschutz garantieren und die Steuerschlupflöcher dieser riesigen Unternehmen müssen geschlossen werden. Außerdem ist es genauso wichtig, dass wir alle Generationen schulen, wie digitale Angebote zu nutzen sind. Gerade in der Corona-Krise zeigt sich, wie essentiell ein Know-How in den digitalen Medien ist, um effektiv arbeiten zu können.

Noch eine Schlussbemerkung:

Natürlich bin ich noch nicht so alt wie die anderen Kandidatinnen und Kandidaten und habe auch noch nicht so viel Erfahrung wie manch andere oder manch anderer. Doch das sollte nicht das entscheidende Kriterium in der Politik sein, im Gegenteil: wir müssen es schaffen, dass sich die jungen Erwachsenen wieder von der Politik mitgenommen fühlen und merken, dass sie auch im jungen Alter etwas bewirken können. Dafür stehe ich und das ist mein wesentlicher Hauptgrund zu kandidieren. Ich will die FFF-Bewegung und alle jungen Menschen, die potenziell politikinteressiert sind und sich noch keiner Partei zugehörig fühlen, mitnehmen. Ich will ihnen zeigen, dass es kein Mindestalter gibt, um Einfluss nehmen zu können. Dass unsere Stimmen genau so viel wert sind wie die anderer. Denn oftmals ist genau dieses Gefühl nicht vorhanden, obwohl wir junge Menschen gleichberechtigt zur Gesellschaft dazugehören. Auch, bzw. vor allem der Bundestag sollte in seiner Zusammensetzung ein Abbild der Gesellschaft sein und das widerspiegeln.

Herzliche Grüße

Eure Isabell

 

Zur Person:

*09.07.1997, 23 Jahre alt

- Mitglied des Jugendgemeinderats von 2012-2014

- „Gaffenberglerin“ von 2014-2017

- Freiwilliges Soziales Jahr beim Diakonischen Werk Heilbronn in der Geflüchtetenhilfe, Seminargruppensprecherin und FSJ-Botschafterin von 2015-2016

- Seit 2016 bis heute Mitglied des Vorstands der Grünen Jugend Heilbronn

- Mitglied des Kreisvorstands Heilbronn von 2017-2019

- Mitglied des erweiterten Ortsvorstands Heilbronn seit 2017 bis heute

- Mitglied des Senats, des Fakultätsrats der Fakultät MV und des Studierendenparlaments der Hochschule Heilbronn von 2018-2019

- Stadträtin in Heilbronn seit Juli 2019 bis heute

Ich studiere Management und Personalwesen an der Hochschule Heilbronn, Campus Schwäbisch Hall, seit 2017 bis voraussichtlich März 2021