Ralf Roschlau als Referent zum Thema Verkehrswende zu Gast in Leingarten

Wie kann eine Verkehrswende vor Ort aussehen? Was bedeutet das für die Kommunen? Um diese Fragen ging es bei der Veranstaltung: "Verkehrswende – Innerstädtische Optionen für Eppingen, Schwaigern und Leingarten zur Erreichung der Klimaziele 2030/2050“ im Kulturgebäude in Leingarten. Bürgermeisterin Sabine Rotermund aus Schwaigern und Bürgermeister Ralf Steinbrenner aus Leingarten, einige Gemeinderäte und rund dreißig Interessierte waren der Einladung der drei grünen Fraktionen gefolgt.

Ralf Roschlau, der Referent, langjähriger Gemeinderat aus Lauffen, ist seit 15 Jahren Mitglied der GRÜNEN Landesarbeitsgemeinschaft „Mobilität“. Die Frage, wie auf kommunaler Ebene die Erreichung der Klimaschutzziele bis 2030 bzw. 2050 erreicht werden können, ist für ihn mehr als eine reine Herzensangelegenheit.

Die Fraktionen aus Leingarten, Eppingen und Schwaigern hatten Ralf Roschlau als Referenten eingeladen (Brigitte Wolf, Bernd Mayer, Thomas Fick, Gudula Achterberg, Ralf Roschlau, Peter Wieser v.l.n.r.)

Eindringlich zeigte er auf, dass die Ziele des Pariser Klimaabkommens nur erreicht werden, wenn folgende Punkte umgesetzt werden: als Erstes eine Verdoppelung des Öffentlichen Verkehrs – das bedinge die Bereitstellung eines riesigen Investitionsvolumens. Zum zweiten müsse jedes dritte Auto klimaneutral und drittens die Zahl der Fahrzeuge in den Städten um ein Drittel verringert werden – das erfordere sowohl ein Umdenken der Nutzer als auch einen Ausbau der entsprechenden Infrastruktur. Viertens solle jeder zweite Weg fußaktiv mit dem Rad, dem Tretroller oder zu Fuß erfolgen – das funktioniere nur, wenn Fahrradwege, verkehrsberuhigte Zonen etc. geschaffen werden. Und fünftens müsse jede dritte Tonne klimaneutral fahren– auch hier müsse ein Umdenken in der Logistik stattfinden. Roschlau sieht die Potentiale in den drei Kommunen, die er sich im Vorfeld angeschaut hatte. Aber für ihn sei es ganz klar, dass die Kommunen mehr aus Eigeninitiative heraus handeln müssten – die (Bundes-) Politik sei zu schwerfällig und die Zeit zu kurz, um auf Vorgaben zu warten. Das Bewusstsein bei der Bevölkerung für ein Umdenken zu schaffen und Anreize durch eigene Ideen zu geben, wäre effizienter als auf Strukturmaßnahmen zu warten, lautete seine Devise. Im Anschluss an den Vortrag entspann sich eine angeregte Diskussion, in der deutlich wurde, dass bei vielen der Anwesenden bereits die Bereitschaft vorhanden sei, umzudenken. Sie bemängelten vor allem die Verlässlichkeit des ÖPNV und forderten eindringlich eine Verbesserung der mangelnden und vor allem unsicheren Infrastruktur der Fahrradstrecken.