Dr. Sebastian Schäfer kandidiert im Wahlkreis 267 Heilbronn für den Bundestag

Liebe Freundinnen und Freunde,

 

die Corona-Pandemie hat viele Entwicklungen wie die Digitalisierung weiter beschleunigt und gleichzeitig aber auch viele Probleme verdeutlicht, die wir als Gesellschaft endlich angehen müssen: Ungleichheit, unterschiedliche Bildungszugänge, Armut, furchtbare Arbeitsbedingungen in manchen Branchen wie der Fleischindustrie. Die Pandemie hat aber auch deutlich gemacht, dass eine Krise mit konsequentem Handeln und klugen Maßnahmen eingedämmt werden kann. Das sollten wir für die Klimakrise lernen.  

Denn mit der Natur, mit unserer Erde können wir nicht verhandeln. Für die Klimakrise wird es keinen Impfstoff geben. Aber gerade wir, in Heilbronn, in Baden-Württemberg und in Deutschland können als fortschrittliche Industriegesellschaft zeigen, dass wirtschaftlicher Erfolg und Klimaschutz zusammengehen und dürfen das nicht gegeneinander ausspielen. Um Zusammenhalt zu stärken, geht es auch darum, diesen wirtschaftlichen Erfolg gerechter zu verteilen. Wir kämpfen für eine Gesellschaft, die alle umfasst und niemanden ausschließt. Die gesellschaftlichen Bruchlinien, die wir gerade beim Klimaschutz auch zwischen den Generationen erkennen können, müssen wir überwinden, ohne bei unseren Anstrengungen für die zentrale Menschheitsaufgabe des Klimaschutzes nachzulassen.  

Es geht darum, die jungen Menschen, die Schülerinnen und Schüler, die immer öfter aus Familien mit Migrationsgeschichte kommen, zu befähigen und zu ermutigen, mitanzupacken. Erst wenn echte Teilhabe wirklich für alle möglich ist, unabhängig von ihrer Herkunft, kann das Versprechen einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft umgesetzt werden. Wir nutzen die Potentiale zu vieler (junger) Menschen in unserem Land nicht. Zu viele verlassen die Schule ohne Abschluss, viel zu wenige schaffen einen Aufstieg aus Familien, in denen nicht Deutsch gesprochen wird zu Hause oder die in sozial sehr schwierigen Verhältnissen stecken. Heilbronn hat sich aufgemacht, zur Bildungs- und Wissenschaftsstadt zu werden. Dieser Weg wird erfolgreich, wenn dabei alle mitgenommen werden. Dafür will ich politisch kämpfen.  

Die Agenten des Hasses und der Spaltung sitzen in unseren Parlamenten. Wir haben bei der letzten Bundestagswahl einen unheimlichen Erfolg dieser Partei erlebt, gerade im Wahlkreis Heilbronn. Ergebnisse von über 20 Prozent in manchen Gemeinden, teilweise zweitstärkste politische Kraft – wir als Grüne müssen uns diesem Gegner gemeinsam mit unseren demokratischen Mitbewerbern stellen und um unsere offene, freie und demokratisch verfasste Gesellschaft kämpfen. Dabei ist es eine zentrale politische Aufgabe, allen Menschen zu vermitteln, dass sie wertvoll und wichtig sind für unser Gemeinwesen. Gerade die Menschen im Ländlichen Raum (aber nicht nur dort) fühlen sich manchmal so, als ob ihre Lebenswelten und Interessen in den politischen Debatten eine untergeordnete Rolle spielen. Damit sind für die Politik ganz handfeste Aufgaben verbunden: eine exzellente digitale Infrastruktur für alle, eine neue Landwirtschaftspolitik, die Tierwohl und Klimaschutz voranbringt und vor allem auch ein ÖPNV, der zuverlässig und möglichst komfortabel die ländlichen Gemeinden anbindet.  

In einer starken Industrieregion wie Heilbronn-Franken wird deutlich, vor welchen Herausforderungen wir mit der notwendigen Transformation unserer Wirtschaft hin zur Klimaneutralität stehen: Audi, Daimler, aber insbesondere viele Zuliefererbetriebe haben schon vor der Pandemie angekündigt, tausende von Stellen abzubauen. Der Stellenabbau findet noch schonend statt, die Babyboomer-Generation bekommt jetzt Vorruhestandsangebote, Stellen werden nicht mehr neu besetzt. Gleichzeitig schlägt die Demographie zu und wir sehen in den Handwerksberufen, aber auch in vielen sozialen Berufen wie der Pflege die händeringende Suche (meist kleinerer) Firmen und Einrichtungen nach Fachkräften oder Auszubildenden.  

Wir erleben immer noch nur die ersten Vorboten der großen Transformation hin zu einer digitalen Gesellschaft. Noch finden 98 Prozent der Lebensmittelverkäufe ganz klassisch statt. Bei Elektronik, bei Büchern, bei Kleidung hat sich das schon sehr verändert. Und das lässt sich nicht aufhalten. Auch die Berufswelt verändert sich rasend. Viele Menschen sind verunsichert von diesem Megatrend zum Digitalen. Sie haben die Sorge, dass ihre Qualifikationen nichts mehr wert sind. Hier sehe ich eine große Aufgabe für Politik: Wir müssen für Sicherheit im Wandel sorgen, um unsere Gesellschaft zusammenzuhalten. Dabei sind Weiterbildungsangebote in allen beruflichen Phasen von großer Bedeutung. In der Schule müssen alle Kinder Zugang auch zum digitalen Lernen erhalten. Heilbronn und die Region können quasi zum Labor werden, wie diese große Transformation gelingen kann. Neue Wege zu gehen erfordert Optimismus, Mut und Leidenschaft.  

Gerade deshalb möchte ich mich in die parlamentarische Arbeit im Bundestag einbringen, um Chancen für alle zu schaffen und einen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu leisten. Gleichzeitig müssen wir das mit dem Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen zusammenbringen. Viele Menschen wollen, dass wir Grüne in der nächsten Bundesregierung Verantwortung übernehmen. Sie hegen große Hoffnungen in uns. Ich will in einem starken Wahlkampf vor Ort mit Euch gemeinsam zeigen, wie wir Grünen die Menschen begeistern können mit unseren Ideen und Konzepten. Ich will besonders dorthin gehen, wo noch nicht alle überzeugt sind von uns, sondern wo die Menschen sich schwer tun mit Veränderungen.  

Liebe Freundinnen und Freunde, lasst uns zuversichtlich nach vorne schauen, wir können gemeinsam vieles schaffen und den Kindern der Welt die Zukunft sichern! Dafür will ich mit Euch und für Euch im Wahlkreis Heilbronn für den Deutschen Bundestag kandidieren.

 

Viele Grüße,  

 

Persönliches:

geboren am 11. Juli 1979 in Dettelbach (Unterfranken)

verheiratet

zwei Kinder (acht und zwölf Jahre)

Politische Anfänge in der Schul- und Hochschulpolitik

Studium der Staatswissenschaften (VWL und Jura) und Philosophie an der Universität Erfurt und in den USA (u.a. University of California Berkeley)

Seit 2008 aktiv für Grüne Politik

als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag (u.a. für Alex Bonde)

Leiter des Ministerbüros im Ministerium für Ländlichen Raum BW

Beauftragter für Finanzen in der Landesvertretung BW in Berlin

Büroleiter des Bundesvorsitzenden Cem Özdemir im letzten Bundestagwahlkampf und bei den Jamaika-Sondierungen

Zurzeit Referatsleiter für Bundesrat und Bundesangelegenheiten im Finanzministerium Baden-Württemberg