Verkehrsminister Winne Hermann zu Gast beim Neujahrsempfang in Heilbronn

Verkehrsminister Hermann und die Landtagsabgeordnete Susanne Bay riefen die Gäste in ihren Ansprachen zum Neujahrsempfang dazu auf, sich zu engagieren!

Susanne Bay und Winfried Hermann beim Neujahrsempfang in Heilbronn Foto: Tilman Dautel

Das ehemalige, langjährige Vorstandsmitglied Alfred Pehrs im Gespräch mit Susanne Bay Foto: Tilman Dautel

Die 2. Vorsitzende der Zabergäubahn-Bürgerinitiative Friederike Wilhelm im Gespräch mit Philipp Hendricks, Mitarbeiter im Verkehrsministerium Foto: Tilman Dautel

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Heilbronn Jürgen Czupalla spricht mit der Landtagsabgeordneten Susanne Bay Foto: Tilman Dautel

Vorstandsmitglied Thomas Fick leitet zum gemütlichen Teil des Neujahrsempfangs über Foto: Tilman Dautel

Ein Neujahrsempfang, bei dem die Gäste vor der Tür auf Einlass warten müssen - das gibt es nicht alle Tage. Kurzfristig hatte sich vor dem Empfang ein Gesprächstermin mit Verkehrsminister Winfried Hermann, Landrat Detlef Piepenburg, verschiedenen Vertretern derStadt und des Landratsamts Heilbronn, Mitgliedern der Zabergäubahn-Initiative sowie Kreisrat Jürgen Winkler und Stadtrat Wolf Theilacker ergeben.

Im vollbesetzten Saal des Ratskellers übernahm das neue Vorstandsmitglied Benjamin Friedle die Begrüßung und übergab das Wort an die Heilbronner Landtagsabgeordnete Susanne Bay, die  ausgerechnet bei einem Termin mit dem Verkehrsminister aufgrund der Verzögerung des Regionalexpresses aus Stuttgart leicht verspätet eintraf. Sie begrüßte Winne Hermann und die geladenen Gäste, angefangen von Oberbürgermeister Harry Mergelüber zahlreiche haupt- und ehrenamtliche Vertreter*innen vieler Heilbronner Institutionen aus Stadt und Kreis und die Grünen-Mitglieder mit einer beherzten Rede. So hatte sie, wie sie zugab, irrational, gehofft, dass nach dem Jahr 2016 mit der Flüchtlingskrise, den Terroranschlägen, Brexit  und dem Erstarken der nationalistischen Kräfte ein besseres Jahr folgen würde. Doch nach der Trump-Wahl, dem Ausbau einer Autokratiein der Türkei und der immer stärker aufgekündigten Solidarität der europäischen Länder untereinander konstatierte sie, dass sich das Jahr 2017 schon gebraucht anfühle. Gleichzeitig warnte sie aber davor, deswegen in eine negative Grundstimmung und Lethargie zu verfallen. Bay zeigte auf, dass sich Hoffnung aus den gegenläufigen Tendenzen dieser politischen Strömungen schöpfen lasse, da immer mehr Menschen sich solidarisierten und dem Rechtspopulismus eine Absage erteilten.Es sei ihr bewusst, dass dies besonderen Einsatz und Aktion erfordere,wie es z.B. viele Haupt- und Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe erbringen.Diese Menschen seien für sie und die Politiker*innen auf allen politischen Ebenen die personifizierte Aufgabe, entsprechende Rahmenbedingungen zu setzen. "Nur so können wir die Herausforderungen der globalisierten, technisierten, vernetzten und im fragilen sozialen und ökologischen Zustand befindlichen Welt erkennen und die Verantwortung dafür übernehmen und handeln", meinte sie abschließend.

Der Grünen-Politiker Winne Hermann nahm das Thema von Susanne Bay auf und begrüßte die Anwesenden mit einem „Alles Gute zum Restjahr“. Er streifte in seinen Ausführungen das ganze Spektrum der Politik von Bildung, Kunst und Kultur bis hin zu Klimaschutz und Energiewende und stellte klar, „wer von der globalisierten Welt profitieren möchte, muss auch globale Verantwortung übernehmen.“

Aufgrundseiner Erfahrungen könne nur eine Politik der kleinen Schritte und die grundlegende Bereitschaft, Kompromisse zu schließen, zielführend sein. Er sehe die Verantwortung der Bürger*innen, aus der Meckerrolle herauszukommen und sich aktiv einzubringen, damit die „Trumpler“ bei uns nicht gewinnen könnten. Gleichzeitig betonte er, dass die Politik sachlich bleiben müsse und nicht auf Behauptungen und Lügen aufbauen dürfe.

Auf dem Verkehrssektor forderte er die Verkehrswende und zeigte auf, dass in der Gemeinschaft ein Gemeinsinn geschaffen und Verantwortung für die nächsten Generationen übernommen werden müsse. Mit Pseudodebatten werde man keine Lösungen finden. Beim Thema Mobilität verwies er darauf, dass auch der Verkehrsbereich seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten müsse. Um bis 2020 die Treibhausgase um 25 Prozent zu senken, müsse sich Baden-Württemberg anstrengen: Allein 33 Prozent der Feinstaub- und Stickstoffdioxidbelastung gingen im Ländle auf das Konto der Automobile. Daher sei die Umsetzung der Konzepte für nachhaltige und moderne Mobilität dringend erforderlich. Dabei spiele das Fahrrad als Alltagsverkehrsmittel eine große Rolle – auch dies sei schließlich in Baden-Württemberg erfunden worden.

Hermann scheute sich auch nicht vor Kritik an der Deutschen Bahn, die bei Nichteinhaltungen ihrer Verträge mit Abmahnungen zu rechnen habe und von zukünftigen Ausschreibungen ausgeschlossen werden könne. Aus dem Gespräch zur Zabergäubahn berichtete er, dass er zwar nichts versprechen könne, das Land aber dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüberstehe .

Der authentische Redner kam bei den Gästen gut an, und mit den Denkanstößen, die der Verkehrsminister dem Publikum mitgab, verließ er das Rednerpult. Vorstandsmitglied Thomas Fick bedankte sich bei Winfried Herrmann und leitete zum gemütlichen Teil des Abends. Bei Canapés und Secco stellte sich der Minister den Fragen der Gäste.